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Das Konzept "Ausbildungsapotheke": Unsere Apotheke wird zu einem Zentrum für AMTS.

AMTS - was steckt dahinter?

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)? Der nächste Besuch des Amts-Apothekers? Nein. AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs eines Arzneimittels. Damit wird eine optimale Organisation des Medikationsprozesses mit dem Ziel angestrebt, unerwünschte Arzneimittelereignisse insbesondere durch Medikationsfehler zu vermeiden und so das Risiko der Patientinnen und Patienten bei einer Arzneimitteltherapie zu minimieren.

Bei Arzneimittelsicherheit geht es nicht um die Sicherheit des Arzneimittels per se. Bei Arzneimitteltherapiesicherheit steht der Medikationsprozess im Vordergrund, von der Verschreibung bis zur Therapieüberwachung. Unter Experten ist es unstrittig, dass die Arzneimitteltherapie einen Hochrisikoprozess darstellt, mit verschiedenen Akteuren (Patient, Ärzte, Apotheke, Pflege), diversen Schnittstellen (z.B. Hausarzt - Apotheke) und komplexen Abläufen, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Katastrophe führen können. Auch durch die Bundesregierung wurde die Thematik inzwischen aufgegriffen in Form des „Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit“.

Innerhalb des Medikationsprozesses stellt die öffentliche Apotheke eine Sicherheitsbarriere dar. Diese Barriere gilt es zu definieren, zu stärken und weiter auszubauen. Zur AMTS gehört auch ein konstruktiver Umgang mit Fehlern. Bei Fehlern sollte weniger das individuelle Versagen (Zuschieben des „Schwarzen Peter“) im Vordergrund stehen, sondern mehr die Optimierung des Prozesses. Fehler entstehen meist durch eine Aneinanderreihung mehrerer unsicherer Prozessschritte (Fehlerkette).

Ausbildungsapothekenkonzept

Das Ausbildungsapothekenkonzept wird von der AKWL in Kooperation mit den Professoren für Klinische Pharmazie der Universitäten Münster (Prof. Dr. Georg Hempel), Düsseldorf (Prof. Dr. Stephanie Läer) und Bonn (Prof. Dr. Ulrich Jaehde) umgesetzt. An der Universität Münster wurde im September 2012 im Arbeitskreis von Prof. Hempel mit Mitteln der AKWL die Stelle einer AMTS-Dozentin besetzt. Sie wird eine zentrale Rolle bei der Umsetzung und Evaluierung des Ausbildungsapothekenkonzepts einnehmen. Dieses besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Stufen.

Stufe 1: Ausbildungsapotheke

Dies soll primär eine gut durchorganisierte Apotheke sein, die den apothekerlichen Nachwuchs in vorbildlicher Weise ausbildet. Pflichtvoraussetzungen für die Stufe 1 sind ein gültiges Fortbildungszertifikat des Ausbilders, Teilnahme am ZL-Ringversuch, Screening (z.B. Blutdruck, Blutzucker), Rezepturen verschiedener Darreichungsformen, Kundenkarten, Internetzugang, Zugang zu wissenschaftlicher Fachliteratur, regelmäßige Fachgespräche mit dem Apothekenleiter (mindestens einmal alle ein bis zwei Wochen) und die Bezahlung mindestens der tariflichen Ausbildungsvergütung. Zusätzlich nehmen der Ausbildungsleiter und der Pharmazeut im Praktikum an einer vierstündigen AMTS-Basisschulung teil, in der auch die Erstellung eines Ausbildungsplans vermittelt wird.

Stufe 2: AMTS qualifizierte Apotheke

PhiPs und ihre ausbildenden Apotheker können im Anschluss an die AMTS-Basisschulung an einem strukturierten AMTS-Ausbildungsprogramm teilnehmen. Dieses besteht aus den folgenden Elementen:

  • Drei Seminare zu den folgenden Themen

Seminar 1: Unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE)
Seminar 2: Medikationsprozess
Seminar 3: Medikationsüberprüfung

  • Praktischer Teil

Ausbilder und PhiP praktizieren ein Medikationsmanagement für eine bestimmte Patientengruppe. Die erfassten Daten werden im Anschluss durch die Universitäten wissenschaftlich evaluiert.

  • AMTS-Symposium

Hier werden die Ergebnisse des Medikationsmanagements vorgetragen.

Teilnehmer der Stufe 2 erwerben den persönlichen Titel „AMTS-Manager“, den sie zwei Jahre führen dürfen. Nach Ablauf der zwei Jahre kann der Titel durch Teilnahme an einem AMTS-Auffrischungsseminar verlängert werden. Apotheken, in denen ein AMTS-Manager arbeitet und die Voraussetzungen der Stufe 1 erfüllen, führen die Bezeichnung „AMTS qualifizierte Apotheke“.

Vorteile durch die Teilnahme am Ausbildungsapothekenkonzept

Quelle: Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Arbeitsplatz Apotheke(http://www.akwl.de)

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-02. September 2017-

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